Zuhause auf dem Volksfest

Die Damen aus der Losbude erinnern sich

(von links) Gerlinde Ewert und Angela Spanner erinnern sich gern an 
die Zeit auf dem Volksfest.

Bilder aus vergangen Tagen im Losstand des Volksfestes

Ein Volksfest im wahrsten Sinne des Wortes ist es und die ganze Dorfgemeinschaft und viele Besucher aus der Umgebung kommen alljährlich Mitte August zum Kirchweihvolksfest, das von vielen ehrenamtlichen Volkfestfreunden des TSV auf die Beine gestellt wird. Viele Helfer sind eingebunden und auch die Ortsvereine sind dabei. Zum Festzelt- und Wiesenbetrieb mit Ständen, Fahrgeschäften und allen möglichen Belustigungen gibt es auch viele sportliche Angebote des TSV, einen Wandertag durch spannende Landschaften, seit einigen Jahren den Gaudibiathlon der See-Schützen und seit langem die Beteiligung des Verschönerungs- und Kulturerhaltungsvereins mit einem großen Flohmarkt. 

Lange Jahre war man auch mit einem Glückshafen mit Losen vertreten. 25 Jahre lang waren Gerlinde Ewert und Angela Spanner die Frauen im Losstand, einem ausziehbarem Bauwagen des Vereins, der von Franz Spanner umgebaut und erweitert wurde, so dass die Losbude mit vielen Preisen darin Platz fand. Die Frauen kannten sich schon von den Kindern, die zusammen zur Schule gingen und waren auch sonst bei allen möglichen Veranstaltungen des Vereins eingebunden. "Wir waren überall mit dabei", erinnert sich Gerlinde Ewert, bei der Heimatbühne, beim Hoffest an Fronleichnam, beim Silvesterball, bei den Heimatabenden oder beim Weinfest. Und so kamen die beiden Frauen auch zum Losstand am Volksfest. Die Tage um den 15. August wurde das Volksfest fortan alljährlich zu ihrem Zuhause und dabei entstand eine wunderbare Freundschaft. Die gemeinsame Zeit wollen beide nicht missen, überhaupt, die vielen ehrenamtlichen Aktivitäten haben ihnen unheimlich viel Spaß gemacht. Ein gutes Beispiel wie schön und erfüllend Ehrenamt sein kann. 

Ein Los gab es für 50 Cent, für zwei Euro gab es fünf Lose. Mit Vorstand Georg Sedlmaier wurden Preise gekauft und das ganze Jahr über war man auf Jagd nach Sonderpreisen nach Spielwaren und sonstigen Preisen, die bei den Leuten gut ankamen. Die Gewinnkathegorien waren nach Niederviehbach und den Ortsteilen benannt, je nach Einwohnerzahl. Niederviehbach war somit der Hauptgewinn, zweiter Preis war Oberviehbach, dritter Preis Lichtensee und so weiter. Einen guten Einfall hatte man, um das Gelände frei von Müll von Nietenzetteln zu halten. Für zehn Nieten gab es einen Lutscher oder sonst eine Kleinigkeit und alles blieb sauber. Am Seniorennachmittag verkauften Georg Sedlmaier und weitere Helfer die Lose im Zelt und man brauchte Verstärkung beim Einlösen im Stand, so viele Leute standen an. "Als unsere Kinder zwischen acht und 13 Jahre alt waren, waren Wasserpistolen der Renner und die gingen uns jedes Jahr aus", berichten die beiden Frauen vom Losstand. Für die Erwachsen haben wir geschaut, dass wir praktische Dinge für den Haushalt haben. Kaffee- und Speiseservice, Haushaltsgeräte, Kochlöffel, Waschlappen und Seifen wurden gerne genommen. Die letzten Jahre mussten oft auch noch schnell Preise nachgekauft werden, so gern wurde gelost. Einen schlimmen Einsatz hatten die beiden in einem Jahr bei Dauerregen am Volksfest. Mitten im Sommer standen sie mit Winterklamotten im klammfeuchten Stand. Leider fanden sie keine Nachfolger mehr und spendeten die letzten Spielsachen dem Kindergarten. "Es war viel Arbeit, aber eine schöne Zeit, die wir nicht missen möchten", sagen die Damen und auf die Frage, ob sie heuer auf das Volksfest gehen, sagen sie: "Natürlich geht's wieder auf das Volksfest, für uns jetzt zum Seniorennachmittag." 

Text und Fotos: Christian Göttlinger